Josef Abel |
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Josef Abel, Maler und Radierer, wurde am 22. August 1764 in Aschach/D. geboren. Seine Vorfahren lassen sich als Bäcker, Hutmacher, Schuster, Wirte, Bader, Lederer und Bauer bis in die Mitte des 16. Jhdt. verfolgen. Sein Urgroßvater war Bäcker und Greißler in Neukirchen/W. Sein Vater , Johann Melchior Abel, Tischlermeister in Aschach (geb. 3. Jänner 1723 in Haibach) dessen Vater Jakob Ab(er)l, Tischlermeister, Mesner, 1682 auch Schulmeister in Haibach. (gest. 1.VII.1726 in Haibach).
Das Portrait
der Marie Pachler wurde auf |
Das Zeichentalent Josef Abel`s fiel einem Wiener Hofrat auf, als Abel, Lehrling in einer Kolonialwarenhandlung mit treffender Sicherheit, heimlich und schnell, die Kunden konterfeite. Er verhalf Abel zu einer Aufnahmeprüfung in die Wiener Kunstakademie, 1782 unentgeltlich aufgenommen zu werden. Dort wurde er nach kurzer Zeit Schüler von Heinrich Füger und Zauner in der Historien-Malerei ausgebildet. Bald galt Abel als der beste Schüler und er verdankte es seinem Lehrer Füger, dass er ein staatliches Stipendium für einen längeren Studienaufenthalt in Rom erhielt. Zunächst war er noch 1 Jahr als Zeichenlehrer 1795/96 beim Fürsten Czartorski in Polen.
1796 fuhr und wanderte er über Venedig, Bologna, Florenz nach Rom. Dort studierte er besonders Michelangelo in der Sixtinischen Kapelle und Rafael in den Stanzen. Er malte vorwiegend Bilder zur römischen Geschichte, allegorische und historische Gemälde klassizistischer Art. Er musste immer wieder Proben seiner Arbeiten an die Wiener Akademie senden und beteuerte in einem Brief an seinen Lehrer Füger: „Ich liebe so sehr meine Kunst zu vervollkommnen, dass ich keine Bemühung scheue und restlos nach Wahrheit strebe, was einzig den vollendeten Künstler bestimmt."
Er verkehrte im Kreise der deutschen Romantiker. Er selber beeinflusste wiederum den schweizer Maler Reinhart, den Dänen Thorwaldsen und süddeutschen A. Koch, er gehörte auch dem deutschen Künstlerbund der „Lukasbrüder" an. Er malte ein großes Familienporträt des Reichsgrafen Moritz Christian Fries, dem Betreuer der österreichischen Stipendiaten. So vergingen 6 Jahre in Rom und dort war wohl seine künstlerische intensivste Zeit. Zur Zeit seiner Rückkehr nach Wien 1807 war die Verehrung Klopstocks groß, philosophisch und künstlerisch anregend, die auch den Kremser Maler Schmidt und Heinrich Füger erfasst hatte und ihre Bildthemen bestimmte.
Damals entstanden auch eine Reihe seiner besten Porträt-Aufträge (die Gattin des Reichsgrafen Fries mit ihren Kindern, Graf Hohenwart, Erzbischof von Wien), Historienbilder „Horaz in der Loggia seiner Villa", „Antigone an der Leiche ihres Bruders". Im Zusammenhang mit seiner großen Klopstock-Verehrung entstanden riesige Bilder, „Klopstock im Elysium", die uns heute wenig ansprechen und jetzt sich vielfach in den Depots der Museen befinden. Er malte auch 4 Altarbilder für die Pfarrkirche in Krems, eines für die Kirche in Gainfarn, eine große Anzahl vorzüglicher Porträts und Familienbilder, die sich in Wien , Linz, O.Öst. Landesmuseum, Graz, Landesmuseum, Vaduz, Lichtenstein-Galerie, Budapest, Prag, Nürnberg, Germanisches Nationalmuseum, befinden. Die Zahl seiner Radierungen, meist auch Porträts, ist groß.
Josef Abel war nicht verheiratet, starb am 24.10.1818 an Auszehrung in Wien I, Am Hohen Markt Nr. 1. Sein Grab ist jetzt unbekannt. Seine große Bibliothek ging in den Besitz der Stadt Wien.
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Joseph Abel – aus dem Lexikon
Abel, Joseph, österr. Maler, Radierer, *22.8.1764 Aschach/OÖ., † 7.10.1818 Wien.
1783 Stud. ABK Wien bei J.M. Schmutzer. Ging auf Fügers Rat von der Landschafts- zur Historienmalerei. 1794 Goldmed. der Akad. Für Dädalus und Ikarus. 1795 -97 Porträtist und Zeichlehrer bei Fürst Adam Czartoryski in Polen. 1801-07 Reise mit L. Kiesling und P. Nobile über Mantua, Bologna, Venedig, Florenz nach Rom. Dort Freundschaft mit J.C. Reinhart und Vollendung seines Hauptwerkes Klopstock im Elysium (1803-07, Landschaft von Reinhart). Ab 1807 ständig in Wien. 1815 Mitgl. der ABK Wien (Aufnahmewerk Cato von Utika, 1817 nachträglich voll.). Malte den Hauptvorhang für das Schauspielhaus in Pest und 1794 den für das alte Burgtheater in Wien (zus. mit L. Schönberger) nach H. Fügers Entwurf (1945 verbrannt). Sein letztes großes Bild voll. Er 1816 und parallelen Schichten aufgebaute klass. Dreieckkomposition, auch das Figurenideal sowie der Gesichtstypus (z.B. Dädalus und Ikarus). Im vergrößerten Duktus und in der Farbigkeit ist Fügers Einfluß sichtbar. Die Porträts sind auf den lebendigen Ausdruck der Augen konzentriert, in den frühen beeinflußt von der engl. Porträtikunst des 18. Jh. (Erzbischof Sigismund Anton Graf Hohenwert, 1791). In Rom Bruch mit der Tradition des barocken Kolorits durch Einfluß von A. Carsten. Beste Leistungen sind die etwa 20 Rad. Und Lithogr., in deren freier Behandlung und Darstellung er seinen Lehrer H. Füger übertraf (Porträt des Vaters; Eris mit dem Apfel; Zeus in den Lüften; Schwebende Göttin). In einigen Bildern ist schon ein Anklang an den bürgerl. Realismus spürbar. WIEN, Gal. ABK: Dädalus und Ikarus, 1794; Selbstbildnis, 1801; Cato von Utika, 1817.-Hist. Mus.: Buchhändler J. Camesina, 1795; Antigone vor dem Leichnam ihres Bruders, 1803; Porträt einer Schauspielerin, 1811; zahlr. Zchng. - Albertina: Graphik, Miniaturen. - Österr. Gal.: Klopstock im Elysium, 1807; Familie eines Handelsherren. LINZ, Landesmus.: 7 Bilder (u.a. Gefesselter Prometheus; Sokrates; Amor und Psyche; Hermann nach der Schlacht im Teutoburger Wald); 69 Zchng, davon 46 Studien aus Italien. STUTTGART, Staatsgal.: Tod der Virginia. NÜRNBERG, Germ. Nat. Mus.: Gräfin Fries mit Kindern, 1805. VADUZ, Slg Lichtenstein: Maler M. Molitor. GRAZ, Landesmus.: Ferdinand Graf Wartensleben, 1811. MÜNCHEN, Neue Pin.: Iphigenie gibt sich Orest zu erkennen, 1815. PRAG, Nat. Gal.: Hektors Aschied von Andromache; Andromache im Anblick Hektors Leichnam, 1803-07; Horaz in der Loggia seiner Villa, 1810. DACICE/CSSR, Schloß: Portr. WARSCHAU, Nat Mus., Abt. Nieborów: Adam Jerzy Czartoryski, KRAKOW, Nat. Mus., Czartoryski-Slg: Franciszek Dionisy Kniaznin, 1795; Maria geb. Czartoryski Herzogin von Württ. als Maria mit dem Kind, Kreidezchng (verloren). ST. FLORIAN, Stift: Bildnisse Abt Ziegler, Dechant Huemer. - Altarbilder in Pfarrk.: WIEN-GUMPENDORF, Ägidi-Kirche: Hl. Ägidius. GAINFARN: Taufe Christi, 1813. KREMS: Hl. Vitus. HARTKIRCHEN/OÖ. G: 1789 Berlin, Akad.
ThB I, 1907. Wurzbach I, 1856; Andresen, MR III, 1866; id., Hb. Kupferstichsammler, 1870; Boetticher I, 1891; Mireur I, 1901; Müller/Singer I, 1921; Krakowitzer, 1931; ÖBL I, 1957; SlowArtPolsk I, 1971; Fuchs I, 1972; V, 1978; ÖKL I, 1974. - ÖKT II, 1908; XII, 1913; XVIII, 1924; Reisenhuber, 1924; Wallraf-Richartz-Jb. 12/13:1943, 324; J. Schmidt, Linzer Kunstchron., Linz 1951 (1); 1952 (3); H. Geller; Die Bildnisse dt. Künstler in Rom, 1952, 39, 129; Heimatbuch von Mariahilf, 1963; H. Rötten, Anz. Germ. Nat. Mus., Nürnberg 1965, 165-182; H. Aurenhammer, Mitt. Österr. Gal. 10:1966 (54) 3-26, 18 Abb.; M. Praz, Scene di Conversazione, 1971; H. Börsch- Supan, 1971; H. Schöny, Wiener Künstler-Ahnen, W. 1972; W. Wagner, Röm. Hist. Mitt. 1972 (14); vorhänge in Dt. und Österr., M1972, 62; Groner, Wien wie es war, W. 1975; R. Schoch, Das Herrscher