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DER NEUE KIRCHENPLATZ IN ASCHACH

 

Architekt: Dipl.-Ing. Manfred Lindorfer, Kurzwernhartplatz 7, 4082 Aschach / Donau

 

PROJEKTBESCHREIBUNG März 1999

Die Aschacher Pfarrkirche ist derzeit von Verkehrsflächen umgeben, die teilweise direkt an die Kirchenwand anschließen. Die Kirche wird buchstäblich bedrängt vom Verkehr. Die Flächen, die die Kirche umgeben, sind insgesamt sehr groß, aber wenig kompakt - es entsteht kaum Räumlichkeit.

Der Kirchturm, der von der Donaubrücke her gesehen etwas zu kurz geraten erscheint, liegt donauabwärts gesehen genau in Achse der Straße, er ist von dieser Seite gut proportioniert und im Verhältnis zu den umliegenden Gebäuden gut dimensioniert.

Die Kirche ist eindeutig zum Kurzwernhartplatz hin entworfen worden. Alte Stiche zeigen Aschach mit der Kirche auch immer von dieser Seite.

Diese Erkenntnis mag vielleicht selbstverständlich klingen für jemanden der Aschach noch kennt bevor die Donaubrücke gebaut wurde und sich den Blick zur Kirche hinunter noch immer ohne Weihnachtstanne vorstellen kann. Für den Entwurf des neuen Kirchenplatzes ist diese Einsicht aber bedeutungsvoll.

Auf den alten Stichen von Aschach sieht man auch, daß der Kirchhof mit einer Mauer befestigt war, die gleichzeitig die Kaimauer zur Donau bildete. Davor lag ein Platz, auf dem die Freiung und der Pranger plaziert waren. Dieser Platz schloß ebenfalls mit einer Kaimauer zur Donau hin ab und bildete den zentralen Platz in Aschach.

Zentrale Plätze, die bis ans Wasser reichen, wie etwa die Piazza San Marco in Venedig, sind etwas besonderes. In Venedig konnte diese Situation bis heute erhalten werden, sie übt seit Jahrhunderten die gleiche Faszination auf Besucher und Einwohner aus.

In Aschach war es durch die Donauregulierung, den Kraftwerksbau usw. nicht möglich den ursprünglichen Platz mit einer Kaimauer zur Donau zu erhalten.

Was nach der Regulierung vor der Häuserzeile des Kurzwernhartplatzes und der Ritzbergerstraße mit der barockisierenden Parkgestaltung und den Gastgärten sehr attraktiv gestaltet wurde, konnte bis vor die Kirche hin nicht durchgehalten werden.

Meine Überlegungen gehen nun davon aus, daß sich der Kirchenplatz wieder bis in die Donau erstreckt und dieser mit einer Kaimauer, deren Fuß auch bei Nieder-wasser im Wasser steht, abschließt. Der Platz selbst bildet einen würdigen Abschluß des Marktes, er ist 30m breit (das entspricht der Höhe des Kirchturms) und ca. 60m lang.

Klicken Sie auf diese Skizze um den Plan groß zu sehen (780 kB)
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Der Kirchturm steht wie ein „Campanile" auf dem Kirchenplatz und dominiert ihn. Als Gegengewicht zu dieser Dominante sieht das Konzept vor, daß die Dreifaltigkeitssäule auf den neuen Kirchenplatz versetzt wird. Die Dreifaltigkeitssäule ist sowieso schon weitgereist und es ist gut vorstellbar, daß sie hier ihren endgültigen Standort findet.

Zwei Kleinbauwerke und die Kaimauern dienen dazu, den Platz räumlich noch besser herauszuarbeiten, denn Plätze definieren sich über ihre Ränder.

Diese neuen Gestaltungselemente sollen eine gewisse Massivität aufweisen und trotzdem durchlässig und nicht als Barriere erscheinen.

In dieser Grundstruktur der Kleinbauwerke ist es möglich, verschiedenste Funktionen unterzubringen (Buswartehäuschen, Telefonzellen, Kartenvorverkauf für Donauschiffe, Zimmerinfo usw.). Wenn erforderlich können auch geschlossene Raumzellen aus Glas eingebaut werden.

Auf dem Platz ist auch eine Stelle vorgesehen, an der der Weihnachtsbaum und der Maibaum aufgestellt werden kann.

Der neue Kirchenplatz ist mit einem Steinbelag befestigt und liegt auf dem Niveau des Gehsteigs.

Die Platzbeleuchtung erfolgt einerseits durch in den Boden eingelassene Lichtquellen und andererseits durch Scheinwerfer, die auf den Dächern der Kleinbauwerke montiert sind. Die Scheinwerfer haben die Aufgabe die „Dominanten" (Kirchturm und Dreifaltigkeitssäule) hervorzuheben.

 

Verkehr:

Donauabwärts (südlich) vom neuen Kirchenplatz liegt die neue Bushaltestelle und die PKW - Parkplätze.

Um die Bushaltestelle nicht als überdimensionale Asphaltfläche erscheinen zu lassen, dient ein großes Blumenbeet als „Verkehrsinsel". Der Autoverkehr wird wie bisher über den ansonsten autofreien neuen Kirchenplatz geführt, mündet aber etwas höher in den Kurzwernhartplatz, weil hier die Organisation der Parkierung verändert wurde.

Durch die Niveauanhebung des neuen Kirchenplatzes ist im Verlauf der Straße eine leichte Anrampung notwendig, die die Verkehrsgeschwindigkeit verlangsamen wird.

Die Abelstraße wird über den südlichen Teil des alten Kirchenplatzes in die Brandstättergasse eingebunden. Die Zufahrt bleibt bis zur Fleischhauerei Ozlberger für den Autoverkehr offen, die Durchfahrt vom Kurzwernhartplatz über den neuen Kirchenplatz in die Abelstraße ist jedoch nicht mehr möglich. Die Zulieferung für die Geschäfte ist vom Kirchenplatz, oder von der Abelstraße her möglich.

Finden am neuen Kirchenplatz Veranstaltungen statt, wird der Verkehr, wie bei Kirtagen bereits praktiziert, auf den Treppelweg oder großräumig über die Grünauerstraße umgeleitet.

Der Fahrradverkehr wird vom Treppelweg über die Bushaltestelle gemeinsam mit dem Autoverkehr über den Kirchenplatz geleitet und dann weiter am Kurzwernhartplatz durch das Zentrum geführt, um die Uferpromenade zu entlasten.

Die Gehsteige, der neue Kirchenplatz und ein neu zu schaffender Fußgänger-übergang sind niveaugleich angelegt, so daß das Zentrum von Aschach praktisch barrierefrei für Fußgänger benutzbar ist. Dem Fußgänger ist dadurch Priorität und Schutz vor anderen Verkehrsteilnehmern eingeräumt.

Parken: Die Autos parken am Kurzwernhartplatz donauseitig in „Senkrechtaufstellung": Dadurch wird der Blick auf die schönen Althausfassaden frei und durch einen besseren Überblick auf die Straße, die Verkehrssicherheit erhöht. Die Gesamtzahl der Parkplätze ist gleichgeblieben. Für die Parkplätze, die nördlich der Kirche weggefallen sind, wird ein neuer Parkplatz südlich des Parkplatzes vorm Gemeindeamt errichtet.

Weitere Maßnahmen, die mit der Neugestaltung des Kirchenplatzes in Zusammenhang stehen:
Neugestaltung der Schiffsanlegestelle
Fassadenrenovierung der Pfarrkirche
Pflasterung des Gehsteiges Kurzwernhartplatz bis Ritzbergerstrasse 9. 
Beleuchtung Kurzwernhartplatz
Beleuchtung Uferpromenade
Steg für Motorboote
Steg für Ruderboote ev. mit Schiffsanlegestelle

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