Die Krennwurzn berichtet vom Donau Open
Runde 1: Montag, 26. Dezember 2011
Wieder im A-Turnier! Aber halt war da nicht was von Gewinnen des
B-Turnieres? Richtig ja - ein hundertjähriges Projekt hätte das werden
sollen und fast wäre es der realen Person hinter der Krennwurzn gelungen,
diese hinters Licht zu führen. Aber so naiv ist die Krennwurzn auch wieder
nicht und hat sofort erkannt, dass sich hier jemand bequem verabschieden
möchte - nein, nein und nochmals nein sagte die Krennwurzn: wer schon groß
die Klappe aufmacht, der soll auch leiden: gespielt wird im A-Turnier bis
wirklich einmal durchgenullt wird!
Das 20. Donauopen in Aschach läuft gerade wieder und um die 230
Schachfreunde aus vielen Nationen haben wieder den Weg in den schönen
Schiffermarkt an der Donau gefunden, um hier zum Jahresausklang ihre Kräfte
am Schachbrett zu messen. Wie üblich wird das Turnier in drei Gruppen
ausgetragen und heuer ist die A-Gruppe mit 96 Teilnehmern vor der B und C
Gruppe mit 80 bzw. 60 Teilnehmern auch die zahlenmäßig Stärkste.
Das A-Turnier ist aber mit vier GM und 13 IM sehr stark besetzt, das Feld
führen zwei junge Serben, GM Nikola Sedlak (2592) und GM Popovic Dusan
(2573) vor dem "Stammgast" GM Jozsef Horvath (2532 HUN) und dem
Vorjahressieger GM Jan Kresjci (2486 CZE). Letzter sah sich nach einem
Figurenopfer seines Gegners einem heftigen Mattangriff ausgesetzt und konnte
gerade noch in den Remishafen entfliehen - aber die Sensation der Runde
schaffte die U-14 Spielerin Anna-Lena Schnegg, die Robert Aschenbrenner
einen ganzen Punkt abnahm.
Die besten Österreicher sind Eva Moser (7), Andreas Diermair (8) und die
besten Oberöstereicher sind Ulrich Ennsberger (13) und Hermann Knoll (16).
Und wie hat die Krennwurzn gespielt? Nun erstmals nach vielen, vielen Jahren
wurden ihr die weißen Steine in der ersten Runde zugelost - und hat es etwas
genutzt? Punktemäßig sehr wenig bis nichts, aber es galt schwierige Probleme
zu lösen, denn die Eröffnung gelang zwar gar nicht krennwurzig und die
Stellung war nicht so typisch schlecht und es drohte ein langer, schwerer
Leidensweg zu werden, aber was macht eine Krennwurzn in so einer Situation?
Ganz klar - es muss eine kleine Kombination her und ein Mehrbauer erobert
werden! Leider konnte dieser wegen zwangläufigem Matt nicht im Endspiel
verwertet werden! Irgendwie haben sich auch die Schachregeln gegen die
Krennwurzn verschworen!
Runde 2: Dienstag, 27. Dezember 2011
Obwohl die Runde mitten in der Nacht (10 Uhr) begonnen hat, zeigten die
Favoriten konzentriertes Schach und so blieben Sensationen beinahe aus.
Lediglich Sadilek und Schreiner mussten mit Schwarz ins Remis einwilligen.
Nach der gestrigen krennwurzischen Regelunsicherheit kam heute beim Blick
auf die Ergebnisliste die Frage auf wie es möglich ist, dass Matt Remis
spielt.
Da neben einem Internationalem Schiedsrichter als Turnierleiter auch der
altbewährte Günter Almer mit neuem Titel FIDE Schiedsrichters im
Schiedsrichterteam ist, wurden alle offenen Regelfragen geklärt und nun weiß
sogar die Krennwurzn, dass materieller Vorteil bei Matt sehr wertlos ist und
dass Matt am Partieformular auch ein Eigenname sein kann und dieser wie
jeder andere auch remis spielen darf.
Die heutige Runde wurde für die Krennwurzn zur totalen Katastrophe - zuerst
war die Stellung zwar materiell ausgeglichen aber sicher verloren, dann
verlor die Krennwurzn die Qualität - nicht im Spiel sondern am Brett, konnte
aber mit Hilfe des Gegners eine Festung aufbauen und wurde ins Remis
entlassen. Ein Fest für alle, die die Krennwurzn auch nächstes Jahr wieder
im A-Turnier leiden sehen wollen.
Runde 3: Dienstag, 27. Dezember 2011
Ging vormittags alles noch gut für die Favoriten, so musste die Nummer 1 mit
den weißen Steinen eine Niederlage gegen die Nummer 12 IM Janos Szabolcsi
hinnehmen. Ebenfalls mit den weißen Steinen erwischte es die Nummer 3 gegen
seinen Schüler Juhasz Kristof. GM Horvath kam schon bald in Zeitnot und
konnte nur noch mit dem Aufschlag spielen und die Krennwurzn glaubte zuerst
ein wenig Stolz zu hören: der spielt gut der Schüler, brav, der spielt sehr
gute Züge und dann kam die Erkenntnis: oje der spielt zu gute Züge!
Der Krennwurzn werden ja nahezu unglaubliche Geschichten zugetragen: so soll
ein allseits bekannter Versandhändler glauben, er sei jetzt seriös, nur weil
sein Schopf ergraut ist - mit Grauen empfiehlt die Krennwurzn dies nicht zu
glauben, das wäre doch so wie man behaupten würde, die Krennwurzn könnte
Schach spielen, nur weil sie wieder remisiert hat - und das liebe Leser, das
glaubt nicht einmal die Krennwurzn selbst!
Runde 4: Mittwoch, 28. Dezember 2011
Kein GM sondern die Nummer 5 IM Blazimir Kovacevic führt als Einziger das
Feld ohne Punktverlust an - generell war es wieder eine gute Runde für die
Favoriten, denn von den ersten 10 der Setzliste gewannen fast alle Ihre
Partien und so schob sich das Feld wieder eng zusammen und es wird weiterhin
ein harter Kampf um die Preisgelder erwartet. Am Spitzenbrett einigten sich
die Nummer 2 GM Dusan Popovic gegen die Nummer 10 IM Drasko Boskovic auf
Remis und die Nummer 9 IM Bukal musste mit den schwarzen Steinen gegen IM
Jurek ebenfalls in ein Remis einwilligen.
Erfreulich ist, dass mit IM Eva Moser wie schon im Vorjahr eine Dame ganz
vorne mitmischt. Und der Krennwurzn fällt auf, dass heuer sehr viele Damen
mitspielen - es sollen fast 10 Prozent der Teilnehmer sein. Natürlich wäre
eine noch höhere Damenquote wünschenswert, aber immerhin spielen mehr Damen
mit als es weibliche Schachfiguren am Brett gibt (ca. 6%) und das sollte man
schon einmal als Etappenerfolg sehen. Wer jetzt eine Diskussion beginnen
möchte, dass das Pferd weder männlich noch weiblich sondern ein Tier ist,
dem schleudert die Krennwurzn entgegen, dass jener der im Schach am Pferd
sitzt im angelsächsischem Sprachraum als Knight bezeichnet wird und Ritter
waren nun einmal männlich, denn Frauen sind im allgemeinen nicht so dämlich,
sich wegen nichts die Köpfe einzuschlagen.
Im B-Turnier ist aus den Top 10 nur mehr Pero Dumancic in der Spitzengruppe
vertreten. Ganz schlimm hat es die Nummer 1 erwischt, die nach 4 Runden mit
einem Punkt Rückstand gar nur auf Platz 28 zu finden ist. Auch hier ist mit
Diana-Maria Serbanescu eine Dame in der Spitzengruppe zu finden.
Ebenso hat die Nummer 1 im C-Turnier einen Punkt weniger als die Spitze,
rangiert aber auf Rang 19 nicht ganz so weit hinten. Mit Verena Trenkwalder
ist auch hier wieder eine junge Dame in der Spitzengruppe vertreten.
Und was war mit Krennwurzn heute los? Naja kurz gesagt: was ihr an Schönheit
fehlt wurde ihr von Caissa mit Glück abgegolten. Nach einem Remis mit einer
Qualität weniger waren nun zwei Remisen mit jeweils einem Minusbauern an der
Reihe. Aber wer würde sich ernsthaft erwarten, dass sich die Krennwurzn die
Punkte redlich im Schweiße seines Angesichts erarbeiten würde?
Runde 5: Donnerstag, 29. Dezember 2011
Im A-Turnier spielten die ersten beiden Bretter nach Kampf remis und
dahinter siegten die Favoriten, sodass sich das Feld weiter zusammen
geschoben hat und auch der letzte die weiße Weste verloren hat. Eva Moser
konnte sich gegen Jan Krejci zwar nicht für die Schlussrundenniederlage
revanchieren, aber das heutige Remis hätte im Vorjahr ... ja, ja Hättiwari
ist so eine Sache! In der nächsten Runde spielen auf den ersten vier
Brettern nur Top ten gesetzte Spieler - für Spannung ist gesorgt!
Da er als einziger im Spitzenfeld einen Sieg verbuchen konnte, setzt sich
Bardhyl Uksini mit 4,5 Punkte alleine vor sieben Verfolgern mit vier
Punkten an die Spitze des Feldes.
Das C-Turnier wird von der Nummer 4 vor der 8 und der 16 angeführt - die
Nummer 2 scheint eine Formkrise zu haben und die Nummer 32 ist auch nicht im
Vorderfeld zu finden - Zwischenergebnislisten habe so ihre eigenen
Vorstellungen von Schönheit, so erscheint es jedenfalls der Krennwurzn.
Und was ist mit der Krennwurzn? Die Partie entwickelte sich gut und es hatte
den Anschein, dass die Krennwurzn tatsächlich beinahe unschlagbar sein
könnte, dann aber nach einer kurzen nervösen Phase entfaltet sich das Talent
doch noch ungehindert und schuf Probleme, die nicht wirklich notwendig
waren, um dann an der Lösung derselben famos zu scheitern. Bravo - so wollen
wir die Krennwurzn spielen sehen!
Runde 6: Freitag, 30. Dezember 2011
Großkampftag in Aschach - nur Brett 1 und 10 machen schnell Remis auf der
Bühne - ansonsten ist Kampf angesagt und es setzen sich die jeweiligen
Ranglistenfavoriten durch, nur Schreiner und Banas können mit den schwarzen
Steinen gegen stärkere Gegner Remis halten. Fünf aus den ersten Sechs der
Startliste führen das Turnier eine Runde vor Schluss mit fünf Punkten an,
nur der Vorjahressieger GM Jan Krejci schied vorzeitig nach einer Niederlage
gegen den Ranglistenersten GM Nikola Sedlak aus dem Titelrennen aus.
Was die Krennwurzn nicht wusste ist, dass man im Rahmen des A-Turniers auch
ein 2. Klassewettkampf St. Georgen/Gusen gegen Sauwald ausgetragen wurde. Da
aber St. Georgen mit Huber nur einen Spieler stellen konnte, es aber galt
wie in der 2. Klasse Vorschrift vier Bretter zu besetzen, musste dieser
quasi simultan gegen die Übermacht antreten und unterlag wohl auch an
Erschöpfung 1:3 in diesem ungleichen Kampf.
Auch im B-Turnier sind noch vier Spieler mit 5 Punkten in der Rangliste zu
finden, darunter allerdings keine Top ten Spieler mehr, der erste folgt mit
einem halben Punkt Rückstand auf Platz 5 - überhaupt scheint das B-Turnier
kein gutes Pflaster für die Favoriten zu sein - die Krennwurzn verflucht
noch heute den Tag an dem er das Maul zu weit aufgerissen hat und sich damit
auf beinahe ewig ans A-Turnier gekettet hat - aber wer spricht ohne zu
Denken, der muss leiden und nicht bemitleidet werden!
Vor Rundenbeginn wurde Anton Pleimer geehrt und es wurde ihm vom
Veranstalter ein kleines Ehrengeschenk dafür überreicht, dass er als
einziger an allen 20 Donauopen teilgenommen hat - auch von der Krennwurzn
alles Gute für 2012 und noch viele Jahre Spaß und Schach in Aschach!
Im C-Turnier kämpfen mit Staller und Schmiedbauer zwei Josefs aus
Deutschland mit 5,5 Punkten und einem Punkt Vorsprung vor den Verfolgern um
den Turniersieg.
Bei der Krennwurzn ist die Krise ausgebrochen und sie versucht diese mit dem
gleichen untauglichen Rezept wie die Politiker die Finanzkrise nämlich durch
schöne Worte (gute Eröffnungsbehandlung) zu lösen, aber es fehlt die
Nachhaltigkeit (reales taktisches Mittelspiel) und da damit logischerweise
die zählbaren Ergebnisse fehlen, wird die Ratingagentur FIDE wohl nicht
umhinkommen eine Herabstufung vorzunehmen.
Flehendlich wendet sich die Krennwurzn daher an die
Akkordrettungspaketschnürer Merkosy & Co und hofft, das auch ein
Rettungsschirm für die auf der Liste der aussterbenden Spezies stehenden
Krennwurznelo aufgespannt wird, denn immerhin fehlen hier nicht
Abermilliarden sondern nur läppische 1000 Punkte, um die Krennwurzn in die
Weltklasse zu katapultieren! Dies sollten doch aus irgendeiner Brüsseler
Porto- oder wahrscheinlicher Portweinkasse leicht zu bezahlen sein - hofft
jedenfalls die Krennwurzn, auch wenn Sie vor der Hoffnung sterben sollte.
Runde 7: Samstag, 31. Dezember 2011
Der Tag begann mit den bekannten Kurzremisen auf Brett 2, 3 und 7 - sodass
der Weg mit den weißen Steinen frei für die Nummer eins GM Nikola Sedlak
gegen IM Petr Neuman war mit einem Sieg alleiniger Turniersieger mit 6
Punkten zu werden. Auf den Rängen folgen mit 5,5 Punkten IM Blazimir
Kovacevic vor GM Dusan Popovic. Das Podium knapp verfehlten GM Jozsef
Horvath, IM Petr Neuman und IM Eva Moser, die die beste Platzierung für
Österreich erreichte. Bester Oberösterreicher und Eferdinger Bezirksmeister
wurde Florian Schwabeneder.
Das B-Turnier gewann der junge Bardhyl Uksini, der nicht nur als Startnummer
11 gestartet ist, sondern auch während des Turniers elf Jahre alt wurde und
da nach krennwurzischer Rechnung 11 durch 11 eins ist, war der Turniersieg
mit 6 Punkten (die Hälfte von 11 kaufmännisch gerundet) die logische Folge.
Zweiter wurde mit 5,5 Punkten der Oberösterreicher Gerhard Rubenzucker vor
der einzigen Dame am Podium aller Turniere Diana-Maria Serbanescu. Diese
Dame zog nicht nur wegen ihres Schachs die Aufmerksam auf sich, es fand sich
auch ein anonymer Verehrer, der eine Art Liebesbrief auf die Rückseite der
Schweizerturnierkarte schrieb. Da vor Turnierbeginn darauf hingewiesen
wurde, dass ausschließlich Schiedsrichter auf der Karte Eintragungen machen
dürfen, sollte der Kreis der Verdächtigen nicht allzu groß sein, aber auch
nach peinlicher Befragung durch die Krennwurzn war kein Schiedsrichter
bereit dies auch zuzugeben.
Das Turnier verlief trotzdem für die Schiedsrichter ereignisarm - als
einziger Zwischenfall ereignete sich heute bei der Begegnung Nagy-Ly ein
Sesselbruch. Da die beiden Spieler zusammen maximal die Hälfte des Gewichts
der Krennwurzn auf die Waage bringen und auch die Stellung nicht extrem
druckvoll war, muss es sich um Materialermüdung gehandelt haben.
Das C-Turnier sicherte sich - sie werden es sich schon denken alleine mit 6
Punkten - Josef Staller vor Josef Schmidbauer und dem Hartkirchner Andreas
Wurm.
Die Krennwurzn beendete das Turnier mit dem vierten Remis und da dies nach
wenigen Zügen abgemacht wurde, war sogar für eine Krennwurzn kaum eine
Chance danebenzugreifen. Dass diesmal nur drei Partien verloren gingen, kann
man der Güte der Gegner und einer Formkrise der Krennwurzn zuschreiben.
Verlieren Sie nicht die Freude am Schach und an Aschach und vielleicht sehen
wir uns 2012 zum 21. Donauopen - "Same Time Same Station"
Alles Gute für 2012 und erfreuen Sie sich am Schachspiel und nicht an der
Ratingzahl - Ihre Krennwurzn!